Jockl Greiß bei der Arbeit
zuzusehen - was er nicht gerne hat - ist überraschend wenig beeindruckend
und schon gar nicht irgendwie spektakulär. Es geschieht alles mit
Bedacht, was er in seiner Werkstatt tut. Durch die Behutsamkeit der Arbeit
bemerken Sie nicht wirklich einen spürbaren Fortschritt. Fast unmerklich
'formt' er seine Messer. Und zwar immer nur eines in einem durchgehenden
Arbeitsprozess. Und immer natürlich nur aus erstklassigen Materialien.
Handwerk wird hier eindeutig zum Kunsthandwerk.
Der Weg von der Idee bis zum fertigen Messer ist für Jockl Greiss
geradezu eine Lebensanschauung. Von manchen seiner Messer trennt er sich
offensichtlich schweren Herzens. Für entsprechend veranlagte Mitmenschen
ist dies gut zu verstehen.
Wenn der Meister seine
Werkstücke sorgfältig bearbeitet, feilt oder von Hand schleift, dabei zwischendurch immer wieder
einen strengen prüfenden Blick auf
die sich stetig verändernde Form des Stahls und des Messergriffs wirft, erlebt man Handwerk pur.
Nahezu nichts - während der ganzen Entstehung eines Messers aus der Hand von
Jockl Greiss - wird mit maschineller Unterstützung gemacht. Es wäre
auch mehr störend als hilfreich und in Wirklichkeit ja auch nicht
praktikabel.
Zur Zeit verwendet Jockl Greiss jenen
bekannt erstklassigen tordierten 380-Lagen-Damast-Stahl, den Jerry Rados
in den USA fertigt. Jede rohe Klinge wird bereits im voraus in Form geschmiedet.
Somit bleibt bei der danach folgenden Bearbeitung der Klinge die
Lagenzahl und die Struktur des Damast homogen erhalten. Am fertigen
Stück wird später so sehr schön sichtbar, wie das verfeinerte
Gefüge zur Spitze und zur Schneidkante hin harmonisch ausläuft.
Zu Griffmaterialien
werden Wüsteneisenholz
Mammut
Walroßzahn (fossil)
Seekuhknochen (fossil)
Oosik
Hirschhorn